Kurzinterviews

Fragen und Antworten von Cedric Groß

Was war Dein schönstes Erlebnis während Deiner Famulatur?

Ich hatte die Möglichkeit, jeden Tag meiner Famulatur individuell auf meine Interessen abzustimmen. Dadurch war jeder Arbeitstag etwas besonderes und ich konnte sehr viel wertvolle Praxiserfahrung sammeln.

Was war das wichtigste, dass Du während Deiner Famulatur gelernt hast?

Ich habe den Stations- und OP-Alltag eines Krankenhauses intensiv kennenglernt und in diesem Rahmen Aufgaben übernommen. Das fing für mich bei der Visite an, Blutentnahmen, körperliche Untersuchungen bei der Aufnahme von zu Behandelnden, aber auch Zuschauen und Assistenz im OP.

Hattest Du Zeit, etwas in der Region zu unternehmen?

Ich hatte auf jeden Fall Zeit, noch Dinge zu unternehmen. Da ich aus dem Vogtland stamme und deshalb schon viel kenne, habe ich wenig Zeit mit Sightseeing verbracht und konnte stattdessen viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Ich hatte viel Glück mit dem Wetter, sodass ich auch Zeit hatte, ins Freibad oder an einen Badesee/Talsperre zu gehen. Was ich auch gerne gemacht habe waren Abendspaziergänge oder auch einfach früh einmal kurz mit dem Auto anzuhalten und dem Sonnenaufgang zuzusehen. Generell bietet das Vogtland aber viele Möglichkeiten für Sehenswürdigkeiten, Museen, Kultur und Spaß und Entspannung.

Würdest Du Dein Praktikum weiterempfehlen?

Ja, denn das Praktikum war vollkommen gelungen, insbesondere nach der langen Corona-Durststrecke mit wenig praktischer Arbeit in den Kliniken war meine Freude umso größer, endlich wieder am Patienten zu sein und zu wirken. Das war auf tolle Art und Weise möglich. Es lohnt sich, die großen Universitätsstädte zu verlassen und einen Blick in die Krankenhäuser der Peripherie zu wagen. Auch hier findet Medizin auf hohem Niveau, aber sehr individuell statt. Ihr erlebt sehr aufgeschlossene Patient:innnen, die begeistert sind über die „jungen Mediziner, die aufs Land zurück kommen“ und deshalb sehr verständnisvoll sind, wenn es bei einer Untersuchung mal länger dauert oder nicht alles glatt läuft. Ihr bekommt individuelle Einblicke und Möglichkeiten und das bereits sehr früh im Studium. Es wird alles getan, dass ihr mit einem Zugewinn an Wissen das Krankenhaus verlasst. Und ganz wichtig: Seid neugierig, stellt Fragen und vor allem habt Spaß – dann steht euch eine wunderbare, spannende und erfüllte Zeit bevor.

Erfahrungsbericht zur Famulatur von Cedric Groß (Medizinstudent an der Universität Leipzig) in der Urologie und Kinderurologie am Helios Vogtland-Klinikum in Plauen (Sachsen) – Förderung durch das Projekt MiLaMed der Universität Leipzig (Förderung der Fahrtkosten und Unterkunft) im Dezember 2021.

„Es lohnt sich, die großen Universitätsstädte zu verlassen und einen Blick in die Krankenhäuser der Peripherie zu wagen. Auch hier findet Medizin auf hohem Niveau, aber sehr individuell statt.“

 

Foto: Helios Vogtland-Klinikum Plauen

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Erfahrungsbericht von Elisabeth Bier (PJ-Studierende an der Universität Leipzig) und Frau Dr. Susanne Hein (Fachärztin für Allgemeinmedizin mit Hausarztpraxis in Neuensalz, Vogtland) – Förderung des PJ-Tertials durch das Projekt MiLaMed der Universität Leipzig (Förderung der Fahrtkosten und Unterkunft) im Dezember 2021.

„Ich fühle mich während meines Praktikums als Teil des Teams und bekam viel aktive Motivation durch Frau Dr. Hein und das ganze Team. Im Vergleich zu einem klinischen PJ-Tertial, bei dem ich viel „medizinisches Handwerkszeug“ erlernt habe, hat mir mein PJ-Tertial in der ländlichen Praxis das ganzheitliche Bild der ärztlichen Tätigkeit vermittelt.“ (Elisabeth Bier)

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Fragen und Antworten von Elli Bier

Was war dein spannendstes/ schönstes Erlebnis während deines Praktikums?

Das begleitete, selbstständige Arbeiten war besonders reizvoll: das ganzheitliche Durchdenken der Patienten-fälle von der Anamnese, der Abschätzung möglicher Differenzialdiagnosen, der Untersuchung bis hin zur Vorstellung von Therapievorschlägen. Alle Arbeitsschritte von Labor, EKG, Sprechstundenmanagement etc. konnte ich unmittelbar miterleben. Ich fühle mich während meines Praktikums als Teil des Teams und bekam viel aktive Motivation durch Frau Dr. Hein und das ganze Team. Im Vergleich zu einem klinischen PJ-Tertial, bei dem ich viel „medizinisches Handwerkszeug“ erlernt habe, hat mir mein PJ-Tertial in der ländlichen Praxis das ganzheitliche Bild der ärztlichen Tätigkeit vermittelt.

Gibt es eine Sache, die du nun besser kannst als vorher/die dir leichter fällt?

Ja, in jedem Fall. Zum Beispiel differenzialdiagnostisch am Patienten zu arbeiten und selbstsicher Patienten-gespräche zu führen.

Hattest du Zeit, etwas in der Region zu unternehmen und falls ja, was wäre dein Tipp für einen freien Samstag rund um Neuensalz im Vogtland?

Da ich 16 Wochen in der Region war, hatte ich in jedem Fall Zeit für Ausflüge. Empfehlen kann ich auf jeden Fall einen Spaziergang durch Plauen, z. B. zur Johanniskirche oder zum Erich Olser Museum. Die geführten Stadtführungen sind sehr ebenfalls empfehlenswert. Und ich bin immer sehr gern an der Talsperre Pöhl un-terwegs gewesen und habe die schöne Umgebung genossen.

Angenommen, dein bester Freund/deine beste Freundin studiert ebenfalls Medizin. Würdest du ihm/ihr dein Praktikum weiterempfehlen?

Keine Frage – das kann ich sehr empfehlen und habe auch schon Kommilitonen auf MiLaMed hingewiesen. Ich war sehr zufrieden. Insbesondere die Möglichkeit, ein Leihauto für diese Zeit nutzen zu können, hat mir die Wahl für das Praktikum hier in Neuensalz sehr erleichtert.

Erfahrungsbericht zur Famulatur von Peter Worringen (Medizinstudent an der Universität Leipzig) in der Hausarztpraxis von Herrn Dr. Udo Junker in Plauen (Sachsen) – Förderung durch das Projekt LeiKA der Universität Leipzig September-Oktober 2021.

„Ich habe jedenfalls die Natur sehr genossen. In Leipzig […] ist mein tägliches Grün meistens nur im Park zu finden. In Plauen ist das Stadtbad nur fünf Minuten von meiner Unterkunft entfernt, das Kino ist auch nicht weit […].“

Foto: Netzwerk Ärzte für Sachsen

Peter

Fragen und Antworten an Peter Worringen

Peter Worringen, Sie sind ein Medizinstudent aus Leipzig und haben Ihre Hausarztfamulatur in der Hausarztpraxis von Herrn Dr. Junker in Plauen absolviert. Wie haben Sie beide zueinander gefunden?

An der Uni Leipzig gibt es das LeiKA-Projekt (Leipziger Kompetenzpfad Allgemeinmedizin) bei dem 30 Studierende jedes neuen Jahrgangs schon ab dem ersten Semester einen Hausarzt oder eine Hausärztin als Mentor*in zur Seite gestellt bekommen und zwei Tage pro Semester in der Praxis aktiv sind. Und so haben wir beide uns kennen gelernt.

Wie lief der gemeinsame Arbeitsalltag in der Praxis ab?

Der Tag startete meist mit der Durchsicht der eingetroffenen Laborbefunde und der Post. Anschließend ging die Sprechstunde los. Wir waren meist zusammen im Patientengespräch und dann habe ich – wenn es passte und Personen einverstanden waren – einzelne Tätigkeiten übernommen. Dabei hatte ich als Student natürlich den großen Vorteil, mir so viel Zeit zu nehmen, wie ich möchte. Zwischendurch gab es eine Tasse Kaffee und offene Fragen oder spannende Fälle wurden nochmals nachbesprochen. Manchmal ging es auch zu einem Hausbesuch und die meisten Patient:innen freuten sich, dass ein junger Kollege dabei war und sich für sie interessierte.

Hatte man als Praktikant*in auch Gelegenheit, selbstständig zu arbeiten?

Das hing immer vom jeweiligen Kenntnisstand und dem Konsultationsgrund ab. Ganz alleine ging es meistens nie, da ich als Student noch nicht alle Fragen beantworten kann oder alle Medikamente kenne. Und gerade mit Blick auf den Lernprozess fand ich es eh günstiger, mir erst zusammen mit der/dem Patient:in einen Überblick über die Problematik zu verschaffen und im Anschluss meine Behandlungsidee mit Herrn Dr. Junker zu besprechen.

Wie unterscheidet sich die praktische Ausbildung vom Medizinstudium?

Wir haben natürlich auch Unterricht am Krankenbett in der Uniklinik, aber da sind wir immer mehrere Studierende und es gibt nicht in diesem Umfang die Möglichkeit, selbstständig in aller Ruhe zu arbeiten, da es doch eher Seminarcharakter hat. Im Praktikum dagegen begegnen wir uns mehr auf Augenhöhe und ich kann mich eher in den Bereichen einbringen, die mich interessieren.

Ein Praktikum muss man sich auch leisten können. In Sachsen gibt es dafür verschiedene Unterstützungsangebote. Herr Worringen, haben Sie schon Erfahrungen mit solchen Angeboten gemacht?

Ja, denn ohne das MiLaMed-Programm („Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration Landärztlicher Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium“) beispielsweise, das die Fahrtkosten übernimmt und eine Unterkunft in Plauen finanziert, könnte ich mir ein Praktikum außerhalb von Leipzig nicht leisten. Das wäre sehr schade, weil ich es schön finde, auch mal andere Gegenden abseits der großen Städte in Sachsen kennenzulernen.

 

Leipzig, Chemnitz, Dresden sind alle ein gutes Stück entfernt. Was können Plauen und die Region jungen Menschen an Freizeit- oder Ausgehmöglichkeiten bieten?

Doch so einiges. Ich habe jedenfalls die Natur sehr genossen. In Leipzig, wo ich studiere, ist mein tägliches Grün meistens nur im Park zu finden. In Plauen ist das Stadtbad nur fünf Minuten von meiner Unterkunft entfernt, das Kino ist auch nicht weit und sogar die Drachenhöhle in Syrau habe ich schon besucht. Es gibt jedenfalls in und um Plauen sehr viele Freizeitangebote, die sich auch an junge Menschen richten.

 

Das ausführliche Interview kannst Du beim Netzwerk Ärzte für Sachsen nachlesen:

https://www.aerzte-fuer-sachsen.de/de/whats-up-doc/interviews/interview_7_famulatur-in-der-patenpraxis.php

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